Therapiekonzepte

Bobath-Therapie

Das Bobath-Konzept wurde von der englischen Krankengymnastin Berta Bobath und ihrem Mann, dem Neurologen Dr. Karel Bobath entwickelt. Dieses Therapiekonzept richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit angeborenen oder erworbenen Störungen des zentralen Nervensystems sowie sensomotorischen Auffälligkeiten, kognitiven Beeinträchtigungen und anderen neurologischen Erkrankungen.

Das Therapiekonzept eignet sich beispielsweise für Kinder, deren Körperhaltung, Bewegung oder Bewegungsentwicklung von „normalen“ Haltungs- und Bewegungsmustern abweichen.

Das Kind lernt unter den unterstützenden Händen des Ergotherapeuten die natürlichen körperlichen Bewegungsabläufe kennen. Als Leitfaden für die Therapeuten dienen dabei die normalen Entwicklungsstufen des Säuglings und Kleinkinds. Ein wichtiger Aspekt des Therapiekonzepts ist die Anleitung der Eltern. Sie lernen beim Ergotherapeuten wie sie ihr Kind im Alltag halten, bewegen, hinlegen und aufnehmen können, sodass gleichzeitig die natürlichen Bewegungsabläufe gefördert werden.

Die Behandlung nach dem Bobath-Konzept hilft auch Erwachsenen: Besonders geeignet ist es bei allen Bewegungsstörungen, die durch Hirnschädigungen hervorgerufen werden – beispielsweise bei Halbseitenlähmungen nach Schlaganfall, bei Hirntumoren, Hirnverletzungen oder anderen neurologischen Erkrankungen.

Im Vordergrund der Behandlung steht die Schulung der Gleichgewichtsreaktionen, der sogenannten Kopf- und Rumpfkontrolle und der Gleichgewichtsübertragung von einer auf die andere Körperseite – beispielsweise beim Gehen. Der Ergotherapeut bezieht optische, akustische und taktile Stimulationen durch ein sensomotorisches Training in die Behandlung ein.

Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto günstiger können die Hirnfunktionen beeinflusst werden. Das gilt sowohl für die Reifung in den ersten Lebensmonaten eines Säuglings, als auch für die Rehabilitationsphase eines Erwachsenen.

Das Bobath-Konzept setzt darauf, Bewegungen neu zu erlernen. Das Gehirn soll die abgeschalteten Körperzonen und nicht bekannte oder vergessene Bewegungsabläufe wieder entdecken lernen. Durch beharrliche Förderung und Stimulation lässt sich beispielsweise die gelähmte Körperpartie schrittweise reaktivieren. Das Gehirn organisiert sich neu, indem gesunde Hirnteile nach und nach die Steuerung übernehmen.

Ergotherapeut und Patient trainieren das Zusammenspiel von Sinnesorganen und Muskeln. Durch gezielte, äußere Reize erlernt der Patient die natürlichen Haltungs- und Bewegungsmuster neu. Dabei bezieht der Therapeut die erkrankte Körperseite bei allen Übungen mit ein. Ständiges Wiederholen der Übungen festigt die Verknüpfung neuer Nervenbahnen im Gehirn.

Manuelle Therapie

Bei der Manuellen Therapie handelt es sich um spezielle Handgrifftechniken, die im Rahmen des Befundes dazu dienen, eine Bewegungsstörung im Bereich der Extremitätengelenke oder der Wirbelsäule zu lokalisieren und zu analysieren. Dieser Befund dient als Grundlage zu den therapeutischen Handgrifftechniken, die ein Ergotherapeut als passive Mobilisation durchführt.

Die Manuelle Therapie gilt als besonders wirkungsvoll und zugleich schonend für

  • Gelenke der Gliedmaßen
  • Gelenke der Wirbelsäule
  • Kopf- und Kiefergelenk
  • Gelenke am Brustkorb und Becken

Passend zur Anatomie des betroffenen Gelenks wählt der Manualtherapeut spezielle Handgriffe und Bewegungstrechniken aus – je nach Art der Beschwerden.

Die Techniken eignen sich dabei sowohl zur Schmerzlinderung, als auch zur Mobilisation von Bewegungseinschränkungen. Voraussetzung ist, dass die Einschränkungen durch eine reversible Funktionsstörung des Gelenks oder der diesem Gelenk zugehörigen Muskulatur hervorgerufen werden. Die Auswahl der jeweiligen Mobilisationstechniken, die der Ergotherapeut einsetzt, wird bestimmt durch den Befund, die eingeschränkte Bewegungsrichtung und die Form des Gelenks.

Techniken der Manuellen Therapie

Traktion
Mittels der Traktion entfernt der Therapeut durch sanften Zug beide Gelenkflächen voneinander. Dies mindert den Druck, lindert den Schmerz und entlastet die Gelenkkapsel und die umliegenden Bänder.

Gleittechnik
Mit Hilfe von Gleittechniken bewegt der Ergotherapeut die beiden Gelenkflächen parallel zueinander. Dadurch verbessert sich das Gelenkspiel und die Bewegung fühlt sich wieder leichter an.

Entspannungs-, Dehn- und Gleittechnik
Eine Auswahl an speziellen Entspannungs-, Dehn- und Gleittechniken verbessert schließlich den Zustand der Muskulatur und der Nervenbahnen, so dass die neu gewonnene Bewegungsfreiheit voll ausgeschöpft werden kann.

 

Affolter Modell

Das Affolter-Modell beruht auf der Annahme dass ein Mensch durch die Auseinandersetzung mit der Umwelt, im Rahmen von Alltagsgeschehnissen (mit all seinen Problemstellungen und den -lösungen), zum Wissen gelangt, wie die Beziehung zwischen seinem Körper und der Umwelt beschaffen ist. Ziel ist es eine Verbesserung der Wahrnehmungsorganisation zu erreichen. Der Patient soll die Möglichkeit bekommen zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
Affolter stellt in dem Behandlungskonzept die ‚taktil-kinästhetische Wahrnehmung‘ in den Mittelpunkt, das heißt das Spüren und Bewegen. Schon Babys lernen und begreifen ihre Umwelt mit dem gesamten Körper: mit dem Mund, den Lippen, den Händen. In der weiteren kindlichen Entwicklung werden zielgerichtete Handlungsfolgen ausgeführt, die auch auf Sprache und Sprachverständnis aufbauen. Innerhalb der nicht sprachlichen Interaktion (= aufeinander bezogenes wechselweises Handeln, ohne die Sprache zu benutzen) spielt das taktil-kinästhetische System eine besonders große Rolle.

Ansatz der Affolter-Therapie:

Hier setzt die auch als ‚Geführte Interaktionstherapie‘ bezeichnete Affolter-Methode an. Die in der Wahrnehmung gestörten Menschen werden gezielt unterstützt, indem ihnen ermöglicht wird, praktisch und alltagsbezogen zu lernen. Durch gezieltes Führen des Körpers während alltäglicher Geschehnisse können die spürbaren Informationen dieser Situation besser erfahrbar gemacht werden. ‚Führen‘ heißt: eine andere Person, beispielsweise der Therapeut oder ein Angehöriger, führt mit dem Körper, den Händen des Patienten Handlungen/Tätigkeiten so aus, dass zwischen Patient und Umwelt eine Beziehung hergestellt wird. Ergebnis ist ein sicht- und spürbares Erfolgserlebnis. Affolter betont, dass mit den Patienten – sie bezieht sich vor allem auf autistische Kinder – lange gearbeitet werden muss, damit die Voraussetzungen für die eigenständige Übernahme eines Handlungsablaufes geschaffen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind viele überschaubare Teilschritte notwendig.

Die Therapiemethode ist in zahlreichen Fällen erfolgreich. Zum Beispiel bei:
Entwicklungsauffälligen Babys und Kleinkindern
Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache, der Motorik und bei kombinierten Störungen
Schulkindern mit Lernschwierigkeiten
Jugendlichen mit Schwierigkeiten in der beruflichen Eingliederung
Tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, zum Beispiel Autismus, Rett-Syndrom
Patientinnen und Patienten mit erworbenen cerebralen Schäden, zum Beispiel Schädelhirntrauma oder Schlaganfall

Perfetti Konzept

Das Konzept der „Kognitiv Therapeutischen Übungen“ wurde von Prof. Carlo Perfetti (Italien) für HemiplegiepatientInnen bzw. für PatientInnen mit neurologischen Erkrankungen entwickelt. Anfang der siebziger Jahre begann er mit der Erarbeitung des Konzeptes.

Das Therapiekonzept besagt, dass man alle Fähigkeiten des Menschen (wie Bewegung, Wahrnehmung und geistige Leistungen) nicht isoliert betrachten darf. Sie sollten eine funktionelle Einheit darstellen und einen Erkenntnisprozess (= Kognition) ermöglichen.

Die kognitiv-therapeutischen Übungen können bei neurologischen Erkrankungen z.b. nach Schlaganfall, Schädelhirntrauma, MS, Gehirntumoren aber auch bei M.Parkinson sowie bei orthopätischen-traumatologischen Erkrankungen angewandt werden.

Zu Beginn, bei den so genannten Übungen ersten Grades, wird die Bewegung ausschließlich vom Therapeuten geführt. Der Patient muss keine aktive Bewegung durchführen, sondern darf sich bei geschlossenen Augen ganz auf das Fühlen konzentrieren. Er soll z.B. verschiedene Stellungen des Kniegelenkes erkennen, oder verschiedene Figuren oder Oberflächen erfühlen, über die die Fingerkuppe bzw. die ganze Hand geführt wird. Dieses Fühlen verlangt die 100%ige Konzentration und ist daher auch anstrengend, nicht körperlich, sondern mental. Die Patienten spüren also nach der Therapie eine angenehme Erschöpfung ähnlich dem Gefühl wie nach einem langen Schulaufsatz. In Folge, bei den Übungen zweiten Grades, sollen die Informationen nun unter motorischer Mithilfe vom Patienten eingeholt werden. Der Therapeut soll dabei gerade so viel unterstützen, dass es zu keinen fehlerhaften Bewegungen kommt, oder dass z.B. die Hand nicht fest wird. Bei den Übungen dritten Grades übernimmt der Patient die Bewegung zunehmend, sodass er sie dann selbstständig ausführen kann.

Sensorische Integrationstherapie

Die Sensorische Integrationstherapie gilt als einer der wichtigsten Therapieansätze der Ergotherapie. Sie wurde um 1976 durch die Psychologin und Ergotherapeutin Anna Jean Ayres entwickelt und dient zur Verbesserung der sensorischen Integration, also zur besseren Verarbeitung von Sinnesreizen im zentralen Nervensystem. Wesentliches Mittel in der Sensorischen Integrationstherapie ist das gezielte Setzen von Reizen durch den Therapeuten.

Die Sensorische Integrationstherapie wird vor allem bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen und Aufmerksamkeitsstörungen eingesetzt, außerdem werden Störungen von Grob- und Feinmotorik, psychosomatische Probleme und Behinderungen mit der Sensorischen Integrationstherapie behandelt. Im Bereich Geriatrie hat sich die Ergotherapeutin Gudrun Schaade in den letzten Jahren zunehmend mit den Möglichkeiten und Grenzen der Sensorischen Integrationstherapie bei demenziell erkrankten Menschen auseinandergesetzt.

Die Therapie beginnt an der Basis, bei der Körper- und Bewegungswahrnehmung. Sie nutzt die Plastizität des Nervensystems und den inneren Antrieb des Patienten. Entsprechend dem Befund werden dem Patienten sensorische Angebote gemacht, die im Rahmen seines Leistungsniveaus eine Herausforderung darstellen, motorische Aktivitäten zu entwickeln. Diese haben immer einen inneren Bezug für das Kind bzw. den Patienten und sind handlungsorientiert. Das Kind lernt durch seine Eigenaktivität, zu immer neuen Erfahrung zu gelangen, die ihm die Tür zu weiteren Entwicklungschritten öffnen.
Die Angebote werden in Art und Dosierung ständig kontrolliert und der Reaktion des Kindes angepasst. Hierbei werden vorwiegend die taktile, propriozeptive und vestibuläre Sinneswahrnehmung angesprochen. Der Therapeut nutzt hierbei sein spezielles Wissen über die Wirkung der Sinne aufeinander.

Je jünger der Mensch, desto plastischer und formbarer sind sein Nervensystem und sein Gehirn. Deshalb ist dieses Therapiekonzept in den ersten Lebensjahren besonders effektiv. Je länger die Störungen unbehandelt bleiben, desto eher werden sie möglicherweise von Vermeidungsstrategien, Kompensationen und Verhaltensproblemen überlagert. Das erschwert die ergotherapeutische Befunderhebung und kann den therapeutischen Prozess verlängern. Auch bei Jugendlichen und Erwachsenen können sensorisch-integrative Dysfunktionen behandelt werden.

Indikationen zur Sensorischen Integrationstherapie:

Essprobleme, Trinkprobleme
Schlafprobleme
dreht, krabbelt, läuft oder klettert nicht,
Bewegungsangst
Unselbstständigkeit
Verzögerung der sprachlichen Entwicklung
Aggressives Verhalten, unbegründete Wutanfälle
Regression, Depression
Hyperaktivität, Impulsivität
Antriebsstörungen
Dyspraxien
Koordinationsstörungen
Gleichgewichtsstörungen
Motorische Störungen der Grob- und Feinmotorik
Artikulations-, Sprach- und Ausdrucksprobleme
Schreib-, Lese- und Rechtschreibstörungen
Rechenstörungen
Störungen der Konzentration und der Aufmerksamkeit
Kommunikationsprobleme
Interaktionsprobleme
Ängste
Anpassungsschwierigkeiten
Keine Freunde
Rückzug

 

Marburger Konzentrationstraining

Das Marburger Konzentrationstraining (MKT) ist ein auf Selbstinstruktion basierendes, kognitiv-verhaltenstherapeutisches Training für Vorschul- und Schulkinder im Alter von fünf bis etwa vierzehn Jahren.
Es wird vorwiegend bei Kindern mit ADSH, ADS, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung eingesetzt. Das MKT soll den Kindern die Methode der verbalen Selbstinstruktion sowie grundlegende Arbeitstechniken für den Schul- und Hausaufgabenalltag vermitteln. Weitere Bestandteile sind Entspannungstechniken, etwa durch autogenes Training, und Verhaltensmodifikation, unter anderem durch positive Verstärkung, zur Verbesserung von Selbsteinschätzung und Selbstkontrolle. Ziel ist eine Veränderung von einem impulsiven hin zu einem reflexiven kognitiven Arbeitsstil.
Das MKT wird als Intervention für den Einsatz in Einzel-, und Gruppen und in psychologischen, lerntherapeutischen und Ergotherapie-Praxen eingesetzt, aber auch von Lehrkräften im Unterricht angewendet. Es liegen mehrere empirische Studien vor, in denen das MKT mit anderen Programmen gleicher Zielsetzung verglichen und hinsichtlich seiner Wirksamkeit evaluiert wurde.

Warum ist es so wichtig, etwas gegen eine Konzentrationsstörung zu tun?

Konzentrationsprobleme führen zu Leistungsproblemen, daraus entwickeln sich häufig Verhaltensprobleme oder psychische Störungen wie Ängste oder Vermeidungsverhalten, ein schwaches Selbstwertgefühl, Leistungsdruck, es kann zu Blackouts in Prüfungssituationen kommen. Die Eltern-Kind-Beziehung kann ebenfalls (z.B. durch ständige Auseinandersetzungen über Hausaufgaben) belastet werden.

Ziele des MKT Training?
Entwicklung eines planvollen Arbeitsstils statt impulsivem Vorgehen (Selbstinstruktion)
Selbstständigkeit
Vernünftiger Umgang mit Fehlern
Verbesserung der Leistungsbereitschaft
Zutrauen in eigene Kompetenzen
Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion
Etwa seit 1990 beschäftigen sich wissenschaftliche Studien mit dem MKT für Schulkinder. Die Studien zeigten in allen untersuchten Punkten enorme Erfolgsquoten. So hat sich zum Beispiel in einer Studie aus dem Jahr 1996 die Gesamtauff­ällig­keit bei 77% der Kinder reduziert, die emotionale Labilität nahm bei 66% der Kinder ab, während sich das Leistungsverhalten bei 83% der Kinder stabilisierte. In einer anderen Studie wurde festgestellt, daß sich die Interaktion zwischen Kind und Eltern in der besonders konfliktreichen Haus­auf­ga­ben­situ­ation durch das MKT deutlich verbessert hatte.

 

Handtherapie

Hände sind etwas Einzigartiges. Mit vielfältigen, exakt aufeinander abgestimmten Bewegungen ermöglichen sie es, unsere Umwelt wahrzunehmen und durch Tasten und Fühlen zu begreifen.

Ist jedoch nur eine der Handfunktionen gestört, verursacht dies im Alltag oft enorme Probleme. Hier setzt die Handtherapie an und beschäftigt sich mit der Behandlung von Einschränkungen im Schulter-, Arm- und Handbereich. Ziel ist es Funktionsstörungen zu vermeiden oder verlorengegangene Funktionen wiederherzustellen
Indikation

Frakturen, Sehnen-, Weichteil- und Nervenverletzungen der oberen Extremität, z.B. bei Distorsionen und Luxationen der Fingergelenke, Rupturen, Verbrennungen, Amputationen
Nervenläsionen der oberen Extremitäten, z.B. Karpaltunnelsyndrom,
Golferellenbogen/Tennisarm, (Sehnenverkürzungen der Hand und des Unterarmes)
Sympathische Reflexdystrophie (komplexes regionales Schmerzsyndrom / CRPS)
Dupuytren´sche Kontraktur
Rhizarthrose und Polyarthrosen (Arthrose der Fingergelenke)
Chronischer Polyarthritis („Rheuma“)

Ziele der Handtherapie

Vermeidung längerer Immobilisation durch frühzeitige Aktivierung
Schmerzlinderung
Ödemprophylaxe und -behandlung
Gezielte Mobilisation von Gelenken und Weichteilen, Kräftigung der Muskulatur
Förderung der Wundheilung; Narbenpflege und -mobilisation
Training von Sensibilität, Kraft, Koordination, Belastbarkeit und Feinmotorik
Anleitung zu Eigenübungen (inkl. Gelenkschutzmaßnahmen)
Schnellstmögliche Wiedereinbindung in Alltag, Beruf und soziales Leben

Unsere Therapieangebote

Manuelle Therapie (Mobilisation von Gelenken und Weichteilen)
Bewegungstherapie mit Übungsgeräten
Sensibilitätstraining
Narbenbehandlung
Beratung und Information
Bestellen von Lagerungsschienen
Mitbehandlung angrenzender Gelenke, der Schulter und der Wirbelsäule

Ergänzend empfehlen wir Wärmebehandlung (Packungen, heiße Rolle, Handbad, Paraffinbad), Kältetherapie, Elektrotherapie, Ultraschall und Kinesiotape.

 

Aufmerksamkeitstraining nach Laufh & Schlottke

Das Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern ist ein kognitiv-behavioral orientiertes Therapieprogramm zur Behandlung von Symptomen der Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern (ca. 6–12 Jahre). Entwickelt wurde das Training von den Psychologen G. W. Lauth und P. F. Schlottke.
Das Therapieprogramm gliedert sich in 2 Teile: das Basistraining und das Strategietraining. Es als Einzeltherapie und in Kleingruppen durchgeführt werden. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Verbesserung wesentlicher funktioneller Einschränkungen – also Basisfertigkeiten für Aufmerksamkeit wie genau hinsehen/beobachten können, sowie spezielle Strategien zur Lenkung der Aufmerksamkeit. Das Basistraining konzentriert sich auf die Verbesserung von Selbstregulationskompetenzen, während das Strategietraining schwerpunktmäßig eine Verbesserung der Verhaltensorganisation anstrebt.
Um einem integrativen Bedingungsmodell der Aufmerksamkeitsstörung gerecht zu werden, umfasst das Interventionsprogramm ebenso die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Bezugspersonen, den Eltern, Erziehern und Lehrern.
Das Training wurde zur Durchführung von Fachkräften aus dem psychosozialen Bereich konzipiert und am häufigsten von Ergo- oder Psychotherapeuten durchgeführt. Die therapeutischen Techniken beruhen weitestgehend auf verhaltenstherapeutischen Prinzipien: konkrete Übungen, Selbstinstruktion und Hausaufgaben.
Das Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern wurde mehrfach evaluiert. In der Mehrzahl der Studien werden mittlere Effektstärken erzielt. Über das Training ändern sich auch neurophysiologische Parameter, die mit Wachheit und punktueller Konzentration verbunden sind. In einer anderen Studie war das Training auch bei Kindern mit Migrationshintergrund wirksam. Bei Durchführung unter wenig günstigen Feldbedingungen (etwa große Gruppen und Kürzung der Sitzungszeit – führte es deutlich weniger zum Erfolg.
Wem hilft das Aufmerksamkeitstraining?
Das Aufmerksamkeitstraining hilft nicht nur bei diagnostizierten Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS/ADS, sondern auch bei Auffälligkeiten wie:
Allgemein fehlerhafte und unzuverlässige Arbeitsweise
Große Probleme in der Schule durch Unruhe und unzureichendes Lernen
Soziale Probleme im Familienalltag (z.B. Hausaufgaben machen, Aufträge ausführen, Streit mit Geschwistern)
Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen

Ablauf und Inhalte des Trainings

Das Training gliedert sich grob in „Basistraining“ und „Strategietraining“. Diese Teile haben verschiedene Behandlungsschwerpunkte, welche mit dem Kind in jeder Sitzung bearbeitet werden. Zusätzlich erhält das Kind „Hausaufgaben“. Ausführliche Informationen zu den Behandlungsschwerpunkten.
Es handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz, indem verschiedene Lebensbereiche des Kindes (zu Hause, Schule, Freunde) einbezogen werden. Der Informationsaustausch mit Eltern und Lehrern ist wünschenswert. In der Regel findet das Training einmal wöchentlich statt. Ziel dieser Termine ist es, den betroffenen Familien Hilfe im Umgang mit ihrem aufmerksamkeitsgestörten Kind (ADHS, ADS) zu bieten.
Das „Basistraining“ konzentriert sich auf den Störungsschwerpunkt „Einschränkungen der Selbstregulationskompetenzen“. Dieser Therapiebaustein fördert Basisfertigkeiten sowie Reaktionskontrolle und einfache Formen verbaler Handlungsregulation. Dies wird zunächst weitgehend an wissensfreiem Material vermittelt, um das Erreichen des Behandlungsziels nicht durch Wissensdefizite zu gefährden. Die Vermittlung dieser Fertigkeiten wird durch operante Verstärkung unterstützt.
Das „Strategietraining“ konzentriert sich auf die „Einschränkung der Verhaltensorganisation“. Es vermittelt handlungsorganisierende Strategien und Selbstinstruktionen für ihre Umsetzung. Dabei werden situationsübergreifende, allgemeine Handlungsstrategien sowie eine komplexere und flexible verbale Handlungsregulation angebahnt.

 

EST (Ergotherapeutisches Sozialkompetenztraining)

Beeinträchtigungen in der visuellen, auditiven oder körperlichen Wahrnehmung können Verhaltensauffälligkeiten im täglichen Miteinander nach sich ziehen und sich bei sozialen Betätigungen problematisch äußern. Auf der Grundlage von verhaltensstrukturierenden Maßnahmen sowie unter Einbezug des familiären Umfelds und intensiver Elternarbeit werden folgende Ziele angestrebt: Entwicklung von Empathie, Steigerung der Eigen- und Fremdtoleranz, angemessener Umgang mit Misserfolg/Fehlern und Verbesserung der Handlungssteuerung. Das Training eignet sich für Grundschulkinder, ist jedoch auch für höhere Jahrgänge adaptierbar.
Ziele des EST Trainings:
Vermittlung sozialer Kompetenzen, wie z.B.
das Erlernen von Kommunikationsregeln
das Erlernen von Konfliktstrategien
das Erlernen von eigenverantwortlichen Handeln
der Verbesserung von Rücksichtnahme / Steigerung des Gruppengefühls
das Vermitteln der Fähigkeit, Grenzen zu setzen / Nein zu sagen / Entscheidungen zu treffen
Verbesserung der emotionalen Fähigkeiten, wie z.B.
die Steigerung von Selbstvertrauen und Ich-Stärke
die Ermutigung Gefühle auszudrücken und wahrzunehmen
die Ermutigung bei Problemen, Hilfe zu holen
das Erkennen und Wahrnehmen der eigenen Ressourcen und diese auch zu nutzen

Faszienbehandlung

Zu wenig Bewegung im Alltag oder starre Bewegungsabläufe – wie beispielsweise langes Arbeiten vor dem Computer, bei dem die Hand gleichförmig über der Tastatur oder mit der Maus bewegt wird – können die Faszien verkleben und verhärten lassen. Daher ist es nichüberraschend, dass regelmäßiger Sport dazu beitragen kann, die Faszien wieder geschmeidiger zu machen. Langfristig sollen auf diese Weise sogar Rückenschmerzen in denGriff zu bekommen sein.
Welche Form der Bewegung gewählt wird, scheint dabei weitestgehend keine Rolle zu spielen, wobei federnde und dynamische Bewegungen als vorteilhafter für die Faszien gelten, ebenso wie Dehnübungen (zum Beispiel in Form von Yoga oder Pilates). Weniger geeignet sind dagegen monotone Sportübungen.
Ebenfalls im Gespräch ist spezielles Training mit der Faszienrolle. Diese Übungen dienen dazu, verklebte Faszien wieder zu lösen und können zu Hause durchgeführt werden. Im Idealfall erfolgt vorher die Einweisung durch einen Fachmann.

Mit Faszientherapie und -training kann den Beschwerden entgegen gewirkt werden: Verspannungen lösen sich auf, akute und chronische Schmerzen verschwinden, ein neues Gefühl von Beweglichkeit, Leichtigkeit und Stabilität entsteht!

Faszientherapie setzt dabei zum Einen auf Körperübungen, zum Anderen auf gezielte Massage. Beim Training werden die Faszien auf zwei verschiedene Arten stimuliert:

Dehnen
Mit Körperübungen werden die die langen Faszienketten gedehnt. Zum Teil im Sinne klassischer Dehnübungen (so wie im Schul-Sportunterricht) für  – und zum Teil durch federnde Bewegungsübungen, bei denen die Federfunktion der Faszien angesprochen wird, die bei sprunghaften Bewegungen wichtig ist.
So werden z.B. Verdrehungen und Verfilzungen der Faszien gelöst.

Massage
Durch äußere Stimulierung der Faszien werden diese „belebt“, so dass z.B. Verklebungen und Verhärtungen gelöst werden. Dadurch kann auch der Wassergehalt im Bindegewebe wieder steigen. Die Massage kann entweder von einer anderen Person durchgeführt werden (z.B. einem Osteopathen), oder sie können sie selber mit Hilfe einer Faszienrolle ausführen.

 

H.O.D.T (Handlungsorientierte Diagnostik und Therapie)

H.o.D.T ist ein von Ergotherapeuten durchgeführtes und auf den einzelnen Klienten bezogenes Konzept, das für erwachsene Menschen mit neuropsychologischen und sensomotorischen Beeinträchtigungen entwickelt wurde. Im Vordergrund steht das Erarbeiten der individuellen Basisfähigkeiten, wie z. B. Waschen, Anziehen, Toilettengang usw. Ziel dabei ist, dass der Patient seine Handlungskompetenz erweitert. Alltägliche Handlungen sind hierbei grundlegendes Medium, um das Therapiekonzept zu erstellen (Befundung, Zielsetzung, Methodik).
Ziel der H.o.D.T ist eine nachhaltige Entwicklung der bedeutsamen Teilhabe der Patienten und Erhöhung ihrer Lebensqualität auf der Grundlage ihrer Vorstellungen und Bedürfnisse.
Richtungweisend für die Therapie sind der Handlungswunsch, auch die Handlungsnotwendigkeiten der Betroffenen und die Verwirklichung dieses Wunsches bei den von ihm gewünschten Handlungen erreichen? Dabei wird beachtet, was die zugrundeliegenden Bedürfnisse des Klienten sind.

Daher ist ein wesentlicher Aspekt der H.o.D.T der Überzeugung, dass erst ein Verständnis für das subjektive Erleben der Patienten und die daraus resultierende Handlungslogik therapeutische Arbeit und einen klientenzentrierten Ansatz möglich macht.

Es wird beachtet, dass der Patient erst dann effektiv und nachhaltig lernen kann, wenn er selbst die Notwendigkeit zum Verändern bemerkt und Vorteile in einer Verbesserung vermutet.
In der H.o.D.T jBehandlung wird berücksichtigt, dass langfristig Beeinträchtigungen bestehen bleiben könnten und der Patient Kompetenz im Umgang mit diesen Beeinträchtigungen entwickeln sollte.
In der H.o.D.T werden verschiedene Methoden zur Therapie und Begleitung angewandt. Diese sind: Arbeit in Schlüsselsituationen, Reduktion der Anforderungen, gezielte kleinschrittige Intervention.

Prinzipien von H.o.D.T:
Der Ansatz ist klientenzentriert.
Das Wiedererlangen von Autonomie wird gefördert.
Bei den gewünschten Handlungen wird auf Handlungskompetenz geachtet.
Die Therapie wird an gewünschten Handlungen ausgerichtet, dafür notwendige    Basisfunktionen werden erarbeitet
In der Therapie werden lerntheoretische Erkenntnisse beachtet
Die Erarbeitung der Funktionsaktivitäts- und    Partizipationsstörungen ist ein wesentliches Element der Therapie
Die subjektive Erlebenswelt des Patienten und die daraus resultierende individuelle    Handlungslogik sind Grundlage der therapeutischen Herangehensweise
Angehörige und Bezugspersonen werden in den Rehabilitationsprozess integriert, wenn dies gewünscht ist.

Schmerzreduktionsbehandlungen

Wärmebehandlungen

Wärme steigert die Durchblutung und unterstützt den Abtransport von Entzündungssubstanzen. Da sie außerdem die Muskeln lockert und das Bindegewebe elastischer macht, können Wärmbehandlungen zur Schmerztherapie eingesetzt werden. Beliebte Wärmeanwendungen sind warme Umschläge, Wickel, warme Bäder, Dampfbäder, Infrarotlicht oder Sauna. Bei Entzündungen als Schmerzursache sind nur milde Wärme oder kühle Umschläge geeignet.

Kälteanwendungen

Kälteanwendungen sollen akute Entzündungsschmerzen lindern, wie z. B. bei Zerrungen und Verstauchungen.

Massagen

Massagen lösen Muskelverspannungen und erhöhen die Elastizität des Bindegewebes. Sie eignen sich nicht für Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder frischen Verletzungen.

Schröpftherapie geschlossen

Beim Schröpfen handelt es sich um ein klassisches Ausleitungsverfahren, das bereits seit über 5000 Jahren praktiziert wird. Dadurch sollen Verspannungen gelöst, Schmerzen gelindert, Körperareale entschlackt und der Energiefluss des Körpers sowie die Durchblutung angeregt werden. Auch Patienten, die unter Stress, Müdigkeit, Rücken- oder Menstruationsbeschwerden leiden, kann Schröpfen helfen. Ärzte setzen die Methode zudem bei Kniearthrosen und dem Karpaltunnelsyndrom ein. Schröpfen soll die Selbstheilungskräfte aktivieren. Gerne wird die Schröpftherapie auch bei nicht entzündlichem Bewegungsschmerz eingesetzt.

Ultraschall

Ultraschallwellen erzeugen Schwingungen, die bis zu 8 Zentimeter tief ins Gewebe eindringen können. Dies fördert die Durchblutung und lockert auch tiefer liegende Muskulatur. Auch Verklebungen, die durch Entzündungen entstanden sind, lösen sich. Möglicherweise beeinflusst Ultraschall auch die Schmerzweiterleitung der Nerven.

 

Akupressur

Die Lehre der Akupressur basiert auf der Stimulation von bestimmten Körperpunkten, Triggerpunkte, die in Verbindung mit Organen stehen und sich auf den zwölf Meridianen (Hauptleitbahnen) des Körpers befinden.

Bei der therapeutischen Maßnahme durch Akupressur oder auch Akupressurmassage genannt, wird auf bestimmte Punkte am Körper Druck ausgeübt. Zum Einsatz kommen dabei Daumen, Handballen, Ellenbogen, Knie, Füße oder Akupressurhilfsmittel. Dabei aktiviert die Behandlung dieser Körperpunkte die Selbstheilungskräfte und kann unterstützend bei Erkrankungen wie Akute und chronische Schmerzen, Krämpfen, Schlafstörungen, Psychische Erkrankungen, Allergien und Verdauungsstörungen wirken. Mehrere durchgeführte Studien erwiesen dabei die Wirksamkeit von Akupressur bei der Linderung von Schmerzen (speziell Muskelschmerzen), bei der Verbesserung der Schlafqualität sowie Müdigkeitszuständen, bei der Behandlung von Ängsten und Reduktion von Übelkeit.

 

Nadelreiztherapie

Das Behandlungsprinzip beruht auf der Nadelreiztherapie, die durch die großflächige Anwendung unzählige Akupressurpunkte aktiviert. Sie steigert zudem die Durchblutung, die Sauerstoffaufnahme, die Lymphzirkulation, verbessert den Abtransport von Abfallstoffen, die Ausschüttung von Endorphinen und sorgt für Wohlbefinden, Entspannung und Schmerzlinderung. Bei Studien wurde zudem festgestellt, dass eine Schmerzhemmung ähnlich wie beim Einsatz einer niederfrequenten Reizstromtherapie (TENS) auftritt. Dabei werden, durch den Druck entstehende Reize, Schmerzempfindungen nicht mehr an das zentrale Nervensystem (ZNS) weitergeleitet.
Die Akupressurmatte hilft erwiesener Maßen bei folgenden Beschwerden:
Muskelverspannungen, Muskelverhärtungen, Triggerpunkten, akuter, unspezifischer Schmerz Vorbeugen und verhindern von chronischen Schmerzen und Dauerstress.

Entspannungsverfahren

Regelmäßiges autogenes Training kann ein tiefes Entspannungsgefühl auslösen und die Muskulatur lockern. Bei der progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen erlernen Schmerzpatienten bestimmte Muskelgruppen zu entspannen, indem sie diese erst anspannen und dann locker lassen. Biofeedback ist eine Methode, die vegetative Körperfunktionen bewusst beeinflusst. Auch geführte Gedankenreisen tragen dazu bei, dass Schmerz reduziert wird.

 

Moxibustion

Die Moxibustion (auch: Moxa-Therapie, Moxa oder Moxen) ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), einem seit über 2000 Jahren bewährtem Behandlungssystem. Moxibustion ist eine aus den kälteren Bergregionen Nordchinas stammende Therapieform. Sie dient dazu – den Prinzipien der TCM folgend – mögliche, vorher genau diagnostizierte energetische Leere- und Kältezustände des Körpers zu behandeln.

Dazu werden bestimmte, exakt definierte Punkte auf der Körperoberfläche entlang der Meridiane (Leitbahnen, in denen die Lebensenergie Qi fließt) durch Erwärmen stimuliert. Das Erwärmen erfolgt über das Abbrennen von kleinen Mengen Moxakraut. Dies ist getrockneter Beifuß (Artemisia vulgaris), eine Heil- und Gewürzpflanze, die langsam und gleichmäßig abbrennt und eine besonders milde und tiefenwirksame Wärme erzeugt.

Moxibustion wird angewendet bei:

  • Asthma (chronisch)
  • Bronchitis (chronisch)
  • Depressiver Verstimmung
  • Durchfall (chronisch)
  • Durchblutungsstörungen
  • Erschöpfungszuständen (seelisch und körperlich)
  • Hypotonie (niedrigem Blutdruck)
  • Ischialgien (Ischiasschmerzen)
  • Menstruationsbeschwerden
  • Mittelohrentzündung (chronisch)
  • Muskelverspannungen
  • Nebenhöhlenentzündung (chronisch)
  • Ödemen (Wassereinlagerungen)
  • Rückenleiden
  • Schmerzzuständen (chronisch)

 

Manuelle Therapie

In der Manuellen Therapie werden Funktionsstörungen des Bewegungs- systems untersucht und behandelt, z.B. bei Kopfschmerzen, Hexenschuss, Tennis- ellenbogen oder Bewegungseinschränkun- gen nach einer Verletzung. Die Manuelle Therapie hilft, Schmerzen zu beseitigen und Bewegungsstörungen zu lindern. Bevor der Physiotherapeut die Behandlung festlegt, überprüft er u.a.:

  • Gelenkmechanik
  • Muskelfunktion
  • Koordination der Bewegungen

Bei der Manuellen Therapie können sowohl passive Techniken als auch aktive Übungen zum Einsatz kommen. In der Behandlung mobilisiert der Therapeut eingeschränkte bzw. blockierte Gelenke durch sanfte Techniken oder stabilisiert überbewegliche, instabile Gelenke durch individuelle Übungen. Ziel der Manuellen Therapie ist es, das Zusammenspiel zwischen Gelenken, Nerven und Muskeln wieder herzustellen.

 

Flossing

Flossing ist eine neuartige Methode in der Physiotherapie, die Schmerzen lindern und die Bewegungsfähigkeit wiederherstellen soll. Mit einem „Gummi-Wickel“, dem sogenannten Floss-Band, werden betroffene Muskeln oder Gelenke abgeschnürt.

Zusätzlich führen die Patienten Übungen aus – sei es aktiv oder passiv durch den Therapeuten. Dadurch sollen verhärtete Strukturen in Muskeln, Gelenken oder Faszien „zerreißen“, die natürliche Beweglichkeit wird wiederhergestellt.
Positive Wirkung auf Gelenke, Muskulatur und Faszien mit folgenden Effekten

  • Schmerzlinderung
  • Leistungssteigerung
  • Verbesserung der Beweglichkeit von Gelenken
  • gesteigerter Kraftfluss in der Muskulatur
  • gesteigerte/wiederhergestellte Elastizität der Faszien

Beim Flossing kommt es zu enormem Druck auf die behandelten Körperstellen, vergleichbar mit dem Unterdruck beim Schröpfen. Bei zusätzlicher Bewegung des geflossten Körperteils (durch den Patienten oder passiv durch den Therapeuten) wird das Gewebe entzerrt und Adhäsionen gelöst.

 

Brügger Therapie

Bewegungsschmerzen sind häufig auf Muskelverkürzungen zurückzuführen, die durch Fehlhaltungen und Bewegungsmangel entstehen. Die Brügger-Therapie heilt nicht nur Symptome, sondern auch Ursachen.

Beschwerden wie Schmerzen am Bewegungssystem, die häufig auch in Arme und Bein ausstrahlen, Gefühlsstörungen an der Wirbelsäule und an großen und kleinen Gelenken sowie Kopfschmerzen stellen die Betroffenen oft vor einer großen Herausforderung und können den Alltag stark einschränken. Sind diese Symptome mit Bewegungseinschränkungen der Gelenke verbunden, kann man davon ausgehen, dass es sich um eine Muskelfunktionsstörung handelt.

Diese werden meist durch andauernde Fehlbelastungen und Fehlhaltungen im Alltag, wie etwa langes, gebeugtes Sitzen am Schreibtisch ausgelöst. Der zusätzliche Mangel an ausreichender Bewegung führt zu muskulären Verkürzungen und massiven Muskelüberlastungen. Der Körper nimmt diese Symptome als „Schaden im System“ war und versucht diesen so weit wie möglich einzudämmen.

Das Ziel der Brügger-Therapie ist eine allumfassende Behandlung, die nicht nur die Symptome der Krankheiten die durch Bewegungsmangel entstanden sind, sondern vor allem die Ursache des Schmerzes dauerhaft lindert. Oft genügen bereits kleine Veränderungen im individuellen Bewegungsmuster, um diese Störungen zu korrigieren. Auch gezielte Übungen können dem Patienten helfen, zurück in ein schmerzfreies Leben zu finden und erneuten Muskelverkürzungen erfolgreich vorzubeugen.

Das diagnostische Vorgehen und die Behandlung:
Durch ausführliche Befragung, mit speziellen Bewegungstests (Schulterblattdrehung, Wirbelsäulen-Wippen, Ertastung von Brügger-Triggerpunkten, Muskelkettenanalyse) und dann mit Probebehandlungen zum Überprüfen der persönlichen Körperreaktionen kann man herausfinden, wo die wirkliche Ursache liegt. Die Behandlung ist dann entsprechend individuell – Dehnungen, Kräftigungen, Ausgleichsprogramme, Wärme- oder Kälteanwendungen oder andere physikalische Maßnahmen – wobei die behandelte Struktur gänzlich woanders als die Schmerzstelle sein kann (in unserem Beispiel auch am Knie oder am Bauch seinen Ursprung haben kann).

Bei welchen Beschwerden kann nach dem Brügger-Konzept behandelt werden?

  • Kreuzschmerzen (Lumbalgie)
  • Nacken-, Schulter- und Armschmerzen
  • Ausstrahlende Schmerzen in die Arme (Brachialgie) oder Beine (Ischialgie)
  • Abnutzungserscheinungen an den Gelenken (Arthrosen)
  • Alle wiederkehrenden (= rezidivierenden) Probleme des Bewegungsapparates
  • Schleudertrauma/Peitschenhiebverletzungen (whiplash-injury)
  • Sportverletzungen oder -leistungsbegrenzungen
  • Überlastungserscheinungen
  • Nach Verletzungen und Operationen